Die Schwestern Waverly

Band 1 der Novelle „Zwischen Wellen und Welten“

Die Schwestern Waverly sind die Töchter Neptuns und einer sterblichen Mutter. Nach deren Tod zieht sich der Gott der Meere zurück. Die Drei müssen zum ersten Mal getrennte Wege gehen und sich ihren Verantwortungen stellen.
In München, Hamburg und Berlin gibt es für jede eine Villa Wellenfels, wo sie – mit unterschiedlichen Kräften ausgestattet – ihre Aufgaben erfüllen. Doch auf Sylt wartet ihr Großvater mit dem Vermächtnis ihrer Mutter.
Ein Leben zwischen zwei Welten mit einem großen Geheimnis. Ihre wahre Herkunft: Sie sind Meerjungfrauen.

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LeseProbe

Die Schwestern Waverly – Band 1 der Novelle „Zwischen Wellen und Welten“

Wie alles begann…

Neptun auf Reisen
Die Erde ist fast nur von Wasser bedeckt. Die Sonnenstrahlen lassen es glitzern und glänzen. Neptun, Gott und Herr aller Gewässer, kreuzt stetig über die Meere, Seen und Flüsse der Erde. Oft schwimmt er auch allein und unerkannt durch sein Gebiet – beobachtet das Verhalten seiner Untertanen.
Mit den Jahrtausenden nimmt die Erdbevölkerung zu – Pflanzen, Tiere und Menschen spielen eine immer größere Rolle.
Das belustigt den Herrscher oft, doch sieht er ebenfalls die Gefahren. So teilt er sein Königreich in Abschnitte und setzt dort Unterherrscher ein, die darüber wachen, dass die natürliche Ordnung erhalten bleibt.
Selbstverständlich bleibt der Herrscher Neptun, der Gott aller Gewässer, und jeder von ihm Ernannte hat perönlich über den Zustand seines Gebiets Bericht zu erstatten und Rechenschaft abzulegen.
Im Jahr 1000 besucht Neptun den alten Gott Llyr, nun von ihm ernannter Herrscher über die nördliche Halbkugel.
Bei dem ersten großen Abendmahl, das Llyr zu Ehren Neptuns gibt, nimmt auch die sterbliche Tochter Llyrs teil – Freya.
Ihre Schönheit ist unbeschreiblich und hat schon sämtliche Dichter und Sänger ihrer Zeit viele Balladen über sie schreiben lassen.
Es trifft den Herrn der Meere wie sein eigener Blitz – auch die junge Schönheit ist von seinem Anblick und seiner Ausstrahlung sofort ergriffen. Das kann Llyr nicht verborgen bleiben, er ist darüber mehr als glücklich und stimmt einer Verbindung der zwei sofort zu.
Doch Neptun muss wissen: Freya hat eine sterbliche Mutter, so ist sie keine Nixe oder ein anderes Wasserwesen. In ihren Adern fließt fast nur Blut, wenig Salzwasser. Dadurch bleibt sie sterblich, zwar altert sie langsamer als gewöhnliche Sterbliche, doch ihre Zeit auf Erden ist gezählt.
Neptun ist das egal, er will nicht mehr ohne Freya leben und glaubt, durch Salzwasser-Experimente auch ihr Unsterblichkeit schenken zu können. So wird schon nach kurzer Zeit Hochzeit gehalten. Ein großes, rauschendes Fest in allen Meeren, Flüssen und Seen.
Sie bleiben auf Sylt, der Insel der Götter, wo Freya zuhause ist, ihre Freunde und Familie hat. Neptun kann sich schnell überallhin transformieren, wenn er es möchte. Deshalb lässt er sie den Ort wählen.
Dem jungen Paar wird schon im ersten Ehejahr ein Zwillingspaar geschenkt, Waverly Luna und Waverly Sunshine. Die beiden Mädchen sind noch entzückender als ihre Mutter. Durch ihre Adern rinnt Salzwasser wie durch Neptuns, allerdings auch ein kleiner Anteil Blut der Mutter.
Das schwächt die Schwestern Waverly. Daher müssen sie, wenn sie an Land sind, den Gezeiten angepasst in jeder Periode ein Bad in einem der Meere, Flüsse oder Seen nehmen. Dabei ist wichtig: Ihre Füße müssen sich in ihre bunte Flosse verwandeln können. Dazu muss ihnen das Wasser gut über die Knie gehen, dann entsteht die schillernde, mit Schuppen besetzte Schwimmflosse. Ihre zusätzliche Kraft und Anmut ziehen sie aus dem Tauchen und Schwimmen.
Die Mädchen verbringen gern ihre Zeit im Meer und sind mit Bewohnern und den anderen Wassergeistern gut Freund.
Nach zwanzig Jahren unbeschwerter Babyzeit wird dem Herrscherpaar eine weitere Tochter geboren: Waverly Fun. Auch sie unterliegt den Gesetzen der Gezeiten.
Neptun und seine Frau Freya beobachten ihre Mädchen und deren Entwicklung voller Stolz, doch mit ebenso großer Sorgfalt und Kritik. Luna ist ein klein wenig zu eitel und schnell beleidigt. Sunshine, die Erstgeborene der Zwillinge, ist eher vorsichtig, wägt ab. Ihre Jüngste, Fun, ist einfach nur fröhlich und unbekümmert.
Die Schwestern erwarten in ferner Zukunft große Aufgaben. Darauf sollen sie bereits in jungen Jahren langsam vorbereitet werden. Deshalb beschließen Neptun und Freya, ihrer Tochter Luna den Namen zu entziehen und sie Waverly Miffed zu nennen, bis sie nicht mehr ständig beleidigt ist, ihre Aufmerksamkeit mehr anderen schenkt und ihre Oberflächlichkeit abgelegt hat. Dann erhält sie ihren eigentlichen Namen, Luna, zurück.
Der Herrscher verleiht seinen Töchtern im Laufe der Zeit besondere Gaben.
Waverly Miffed verfügt über ganz besondere Anmut und Biegsamkeit. Sie schwebt fast, während sie an Land läuft. Dazu erhält sie die Gabe der Hypnose, denn sie wird niemals zur Bösartigkeit neigen, dafür ist sie viel zu selbstverliebt. Eine Schwäche, die hoffentlich in der Zukunft zu einer Stärke wird. Doch bis dahin bleibt ihre Macht die geringere der Schwestern.
Waverly Sunshine ist die Besonnene und Verantwortungsvolle. Daher bekommt sie größere Macht. Sie erzeugt und bricht Strudel, Wirbel und Wellen.
Die Jüngste, Waverly Fun, ist wie ihr Name: Verspielt, unterhaltsam, genießerisch, aber auch bedacht auf ihr Umfeld – allen soll es gut gehen. Ihre Macht ist im Mittelfeld angesiedelt. Sie bildet Wasserfälle und Fontänen.
So üben sich die Schwestern Waverly im Beherrschen ihrer Kräfte und erfreuen sich ihres bisher ungetrübten Daseins. Sie wissen, dass sie unsterblich sind und nicht altern – das sie über ihre optische Erscheinung selbst bestimmen können. Wie genau, wird ihnen ihr Vater zu einem von ihm erwählten Zeitpunkt mitteilen. Noch ist es sein Geheimnis.
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Neptun liebt seine Frau und die Töchter über alles und genießt das Dasein auf Sylt. Er hält in einer nahe gelegenen Grotte Hof und lässt sich dort von den anderen Göttern über die Geschehnisse in den Meeren berichten. Wenn er über die Gewässer zieht, begleitet Freya ihn stets und die Töchter bleiben bei ihrem Großvater Llyr.
Doch, entgeht es Neptun nicht, dass der Alterungsprozess seiner irdischen Frau schneller wird. Sie ist eben eine Sterbliche, sie hat keinen Anteil Wassergeist in sich wie alle anderen magischen Wasserwesen. Seine Versuche, ihren Salzwassergehalt in den Adern zu erhöhen, haben ihnen Hunderte von Jahren geschenkt, doch keine Unendlichkeit. Nun werden die Abstände der Zeichnung immer sichtbarer und kürzer. Neptun ruft seine Töchter …

Leseprobe „Die Schwestern Waverly“ © Angela C. Popp – Alle Rechte vorbehalten.

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